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Zugang zu psychosozialen Diensten in Estland: Herausforderungen und Lösungen

Feb. 12, 2025 | Studie

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Ergebnisse der estnischen Umfrage zur psychischen Gesundheit der Bevölkerung

Die vom Nationalen Institut für Gesundheitsentwicklung (NIH) veröffentlichte Umfrage zur psychischen Gesundheit der estnischen Bevölkerung 2023 hat ein wichtiges Problem aufgezeigt – den. begrenzte Zugang zu psychischen Gesundheitsdiensten. Die Umfrage ergab, dass viele Menschen, die professionelle Unterstützung benötigen, diese nicht rechtzeitig erhalten oder aus verschiedenen Gründen aufgeben, Hilfe zu suchen.

Haupthindernisse für die Inanspruchnahme psychosozialer Dienste

Eine der größten Herausforderungen sind die langen Wartelisten und das unzureichende Angebot an Dienstleistungen. Der Zugang zu öffentlichen Diensten ist schwierig – die Wartezeiten für Psychiater und klinische Psychologen können mehrere Monate betragen. 2021. Im Jahr 2007 hatten 13% der Menschen in Estland das Gefühl, einen Psychologen oder Berater zu brauchen, bekamen aber nicht rechtzeitig die nötige Hilfe. 8 % der Befragten mussten einen Psychiater aufsuchen, aber das wurde durch lange Wartezeiten und die mangelnde Verfügbarkeit in ländlichen Gebieten erschwert.

Ein weiteres großes Hindernis sind die hohen Kosten für Dienstleistungen. Private psychosoziale Dienste sind für viele finanziell unerschwinglich – die Kosten für eine einzige Sitzung können zwischen 50 und 100 Euro liegen, was den Zugang zu einer regelmäßigen Therapie erschwert. Obwohl die estnische Krankenkasse (Haigekassa) bestimmte Dienste finanziert, sind diese nur begrenzt verfügbar und viele wissen nicht, welche Möglichkeiten sie haben.

Ein erheblicher Teil der Befragten glaubt entweder, dass „nichts helfen wird“, „weiß nicht, wohin man sich wenden kann“ oder „erwartet, dass sich die Probleme von selbst lösen“.

Viele Menschen wissen auch nicht, wo sie nach Hilfe suchen können. Junge Menschen und Menschen mit niedrigem Bildungsniveau wissen oft weniger über die Unterstützungssysteme für psychische Gesundheit und nehmen daher die verfügbaren Möglichkeiten nicht wahr. Unwissenheit in Kombination mit sozialer Stigmatisierung führt dazu, dass viele es vorziehen, keine Hilfe in Anspruch zu nehmen, weil sie befürchten, von der Gesellschaft benachteiligt zu werden.

Die soziale Stigmatisierung ist ein besonderes Problem für Männer, bei denen die Auffassung weit verbreitet ist, dass psychische Probleme unabhängig behandelt werden sollten. Die Inanspruchnahme von psychosozialen Diensten kann als Zeichen von Schwäche angesehen werden, was viele dazu veranlasst, die Inanspruchnahme von Hilfe hinauszuzögern oder überhaupt keine fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Lösungen und Optionen für Verbesserungen

Die Verbesserung des Zugangs zu psychosozialen Diensten erfordert einen mehrgleisigen Ansatz. Einer der wichtigsten Schritte ist der Ausbau der öffentlichen Dienste und die Erhöhung der Finanzierung. Wenn das Gesundheitssystem mehr Mittel erhält, können die Wartelisten verkürzt und mehr kostenlose Dienste angeboten werden. Hausärzte könnten auch eine größere Rolle bei der psychosozialen Beratung auf der Primärebene spielen, um die Überlastung von Psychologen und Psychiatern zu mindern.

Eine andere Lösung ist die Entwicklung neuer Formen von Diensten. Online-Beratung und Teletherapie würden den Zugang zu psychosozialen Diensten in ländlichen Gebieten erleichtern. Jugendorientierte Unterstützungssysteme für psychische Gesundheit, einschließlich der Entwicklung von Schulpsychologen und kostenlosen Beratungsstellen, würden helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und anzugehen, bevor sie sich verschlimmern.

Darüber hinaus sollte das Bewusstsein geschärft und die Stigmatisierung abgebaut werden. Botschaften zur psychischen Gesundheit in den Medien und Bildungseinrichtungen tragen dazu bei, die Inanspruchnahme von Hilfe zu normalisieren und gängige Stigmata abzubauen. Kampagnen, die Männer und Jugendliche ermutigen, sich um ihre psychische Gesundheit zu kümmern, können dazu beitragen, die Inanspruchnahme von Diensten zu erhöhen und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.

Was kann jeder für seine psychische Gesundheit tun?

Psychische Gesundheitspflege muss nicht erst dann beginnen, wenn die Probleme groß werden. Jeder kann sein eigenes psychisches Wohlbefinden fördern, indem er frühzeitig Hilfe sucht, sich über die verfügbaren Möglichkeiten informiert und offen über psychische Gesundheit spricht, um die Stigmatisierung in der Gesellschaft zu verringern. Außerdem ist es wichtig, dass du dich täglich um dein psychisches Wohlbefinden kümmerst – Bewegung, eine gesunde Ernährung und guter Schlaf sind für die psychische Gesundheit genauso wichtig wie für die körperliche Gesundheit.

Zusammenfassung

Die Umfrage zur psychischen Gesundheit der estnischen Bevölkerung bestätigt, dass der Zugang zu psychosozialen Diensten weiterhin ein großes Problem darstellt. Die Ausweitung öffentlicher Dienstleistungen, die Entwicklung digitaler Lösungen und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit können dazu beitragen, die Situation zu verbessern. Psychische Gesundheit ist eine gemeinsame Verantwortung, und jeder Schritt, den wir unternehmen, um sie zu unterstützen, führt zu einer gesünderen und ausgeglicheneren Gesellschaft.

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📗 Die vollständige Studie findest du hier: die estnische Umfrage zur psychischen Gesundheit der Bevölkerung (TAI, 2023)

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